Projekt 3 – Santa Maria Cahabon

Landwirtschaftsschule für ökologischen Landbau, Kultur- und Bildungsstätte für Kekchi-Maya

Santa Maria Cahabon liegt im Osten von Guatemala und grenzt an die Urwaldregion des Petén an. Von Guatemala City oder Antigua aus ist Santa Maria Cahabon mit einem geländegängigen Fahrzeug in etwa 8-10 Stunden erreichbar. Die Strecke ist landschaftlich sehr schön, manchmal abenteuerlich (Hängebrücken) und teilweise auch touristisch erschlossen (Lanquin und Semac Champey, Tropfsteinhöhlen und Sinterterrassen). La Sonrisa fördert seit 2010 die Bildungseinrichtungen der Asociación Fray Domingo de Vico in Cahabon, die von dem Dominikanerpater  Christoph Gempp (Padre Cristóbal) geleitet werden. Nachdem die Kindernothilfe (KNH) die Förderung des Projekts zum 31.12.2012 nach mehrjähriger Laufzeit einstellte, hat unsere Stiftung den bisherigen Förderbeitrag für 2013 im Rahmen einer zunächst einjährigen Kooperationsvereinbarung mit Padre Cristóbal noch etwas erhöht, um einen uneingeschränkten Schulbetrieb zu gewährleisten. Außerdem unterstützte La Sonrisa die Errichtung einer Bildungs-, Kultur- und Begegnungsstätte für die Kekchi-Mayabevölkerung, die im April 2013 feierlich eingeweiht wurde.

In Santa Maria Cahabon hat Padre Cristóbal in den letzten 16 Jahren „aus dem Nichts“ neben seiner seelsorgerischen Tätigkeit hervorragende Bildungsmöglichkeiten aufgebaut (Sekundarschule, Landwirtschaftsschule für ökologischen Landbau, technische Oberschule) und mit  mehr als 500 campesino-Familien ein perfektes System des ökologischen Landbaus entwickelt, wodurch auch die Brandrodung des Urwalds in der Region entscheidend eingedämmt werden konnte. Padre Cristóbal genießt hohes Ansehen in der Bevölkerung, weil er die Kekchi-Sprache perfekt beherrscht und den indigenas auch im Rahmen der christlichen Glaubenslehre Raum für die traditionellen Maya-Riten lässt.

Die neue Begegnungsstätte, die alten Maya-Bauten nachgebildet ist, dient der Erhaltung der kulturellen Identität der Kekchi-Maya durch vielfältige Veranstaltungen zur historischen Brauchtumspflege, dem sonntäglichen Gottesdienst, in dem Padre Cristóbal eindrucksvoll alltägliche Probleme der Bevölkerung anspricht, vor allem aber auch unmittelbar der Vermittlung des Schulzwecks ökologischer Landbau unter Einbeziehung der Eltern und anderer campesino-Familien. Die Unterrichtung der Jugendlichen über ökologischen Landbau sowie die Überzeugung der Landbevölkerung mit Worten oder spielerischen Streitgesprächen, dass die Ressourcen für Landbau nicht endlos sind, sondern optimal genutzt werden müssen und bei ständig steigender Bevölkerungszahl eigentlich schon verbraucht und erschöpft sind, sind der Schlüssel dafür, die Brandrodung des Urwalds, die auch in den Regionen Baja Verapaz und Peten zunehmend zu dramatischen ökologischen Veränderungen führt, entscheidend einzudämmen.

La Sonrisa wird die Bildungseinrichtungen von Padre Cristóbal in Santa Maria Cahabon auch weiter projektbezogen unterstützen Die Aufbauleistungen von Padre Cristóbal, seine Hilfsbereitschaft und Menschlichkeit sowie seine Gastfreundschaft sind beeindruckend und vorbildlich.

Die Schuleinrichtungen in Cahabon werden 2014 um ein Internat für Mädchen erweitert und umfassen dann Schul- und Berufsausbildung für mehr als 500 Kinder und Jugendliche.