Archiv für den Monat: Dezember 2011

Jahresende 2011

Jahresrückblick und Ausblick auf 2012

 Für die Stiftung La Sonrisa de los Niños war 2011 bei sich weiter verschlechternden sozialen Verhältnissen in Guatemala ein schwieriges, aber letztlich doch erfolgreiches Jahr, weil wir mit Hilfe vieler Spender zahlreichen Kindern in Guatemala eine Zukunftschance geben konnten.

Wir haben am 14.3.2011 in Anwesenheit des Deutschen Botschafters in Guatemala SE Dr. Thomas Schäfer in Nebaj /Prov. Quiché den Grundstein für ein Berufsausbildungszentrum gelegt, das große Bedeutung für unsere Jugendlichen aus Sumalito und die ganze Region hat. Im März 2011 wurden Projekte in San Andrés Itzapa (Lernzentrum), Tacana (Schulfunkprojekt), Sumalito und Poza de Agua (Sanierung Grundschulen) eingeweiht. In Santa Maria Cahabon unterstützen wir eine Landwirtschaftsschule und bauen dort ein Zentrum zur Erhaltung der kulturellen Identität der Kekchi-Mayas. Um die schlechte Gesundheitsfürsorge in ländlichen Gebieten zu verbessern, fördern wir mit Brot für die Welt die Ausbildung von 200 Hebammen und Gesundheitshelferinnen.

Im Oktober 2011 haben wir mit der Förderung von mehreren neuen Bildungsprojekten in verschiedenen Provinzen von Guatemala begonnen. Außerdem bauen wir für Straßenkinder in San Miguel Petapa einen Zufluchtsort, wo sie Bildung, eine warme Mahlzeit, medizinische Betreuung und menschliche Zuneigung erhalten.

Straßenkinder sind die „Ärmsten der Armen“. Sie haben niemanden, dem sie trauen können und der ihnen Schutz und Geborgenheit bietet. Die Jungs kämpfen jeden Tag in brutalen Machtkämpfen mit anderen maras um das Überleben. Straßenkinder sind gewalttätig und vermeintlich herzlos, aber es sind Kinder, die sich teilweise schon mit 5-6 Jahren einer Kinderbande anschließen. Und ein Mädchen, das aus einer zerrütteten Familie und vor sexuellem Missbrauch in eine Jugendbande „flüchtet“, hat mit weniger als 10 Lebensjahren mehr an Erniedrigung, Schmutz und Gewalt erlebt als vorstellbar ist. Unser Projekt in San Miguel Petapa steht erst am Anfang. Wir versuchen Straßenkindern, bevor sie nach einer oft blutigen Mutprobe „anerkanntes“ Mitglied einer Kinder- und Jugendbande werden, durch Bildung, medizinische Betreuung und mit menschlicher Zuneigung einen Ausweg und eine Perspektive für ein Leben ohne Gewalt zu ermöglichen.

Ein weiterer Schwerpunkt unserer Hilfstätigkeit ist das Ziel, die Rechte von Mädchen und Frauen zu stärken und ihnen ein traditionsbewusstes, aber selbstbestimmtes und menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Mit unseren Schuleinrichtungen in Sumalito und unserem Radioschulfunk-Programm in Tacana sind wir neue Wege gegangen. Der hohe Anteil von Mädchen und jungen Frauen in diesen Projekten stimmt uns hoffnungsvoll. Ich habe es selbst erlebt und war tief beeindruckt, mit welcher Intensität mutige 15-jährige Mädchen in unserem Internat in Sumalito und junge Frauen, die noch nie eine Schule besuchen konnten, im Schulfunkprojekt um die Chance kämpfen, durch Bildung ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. In einem Land, in dem seit Jahrhunderten in den ländlichen Gebieten der Lebensweg von Mädchen und Frauen vorgezeichnet ist, sehr frühe Heirat mit 14-16 Jahren und sozial untergeordnete Stellung in der Familie des Mannes.

Ich möchte Sie, liebe Förderer, Spender und Sponsoren, herzlich bitten, die Stiftung La Sonrisa de los Niños weiter zu unterstützen und die von uns geförderten Kinder und Jugendlichen auf ihrem mühsamen Weg in eine bessere Zukunft zu begleiten. Wir können Ihnen versichern, dass Ihre Zuwendungen auch künftig ungeschmälert unseren Hilfsprojekten zu Gute kommen. Unsere Verwaltungskosten betragen weiterhin nur ca. 1% des Spendenaufkommens und können aus den Erträgen des Stiftungskapitals gedeckt werden.

Ich danke dem Stiftungsrat von La Sonrisa für die stets konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit, unseren ehrenamtlichen Helfern für die wertvolle Hilfe und allen Spendern, die uns mit ihren Zuwendungen so großzügig unterstützt haben.

Ich wünsche allen viel Glück und alles Gute für 2012, mucha suerte y un próspero Año Nuevo.

Peter Wochinger
(Vorstand)